3. Platz

Platz gehört zu den absoluten Klassikern und Grundübungen in der Hundeerziehung. Der
Trainingsplan orientiert sich an einem lernen über locken. Dabei ist es sehr wichtig, das Leckerchen
möglichst früh aus dem Locken abzubauen sonst kann dies am Ende recht lange dauern. Ist in
diesem Fall aber auch ganz einfach. Schon ab Phase 2


Zunächst wird das Grundverhalten aufgebaut:

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Phase 1 mit Leckerchen locken


1.1 Der Hund steht
1.2 wir nehmen ein Leckerchen in die Hand zwischen Zwei Finger oder mit dem Daumen an
die Handfläche drücken
1.3 Hand mit der Handinnenfläche nach unten halten
1.4 Vor der Nase des Hundes die Hand nach unten zu Boden führen und auf dem Boden
ablegen
1.5 warten bis der Hund liegt
1.6 Dabei schlecken viele Hunde erstmal an der Hand oder kratzen auch dran. Alles ist
erlaub solange es nicht schmerzt. Wenn es schmerzt, die Hand wegnehmen und Training
kurz unterbrechen und danach von vorne beginnen. Es kann ein negativ Marker wie
‘Nein’ ausgesprochen werden.
1.7 Sobald der Hund liegt markern und ihm das Leckerchen aus der Hand geben


Beim Locken ins Platz tun sich einige Hunde etwas schwer. Dann ist es Zeit etwas zu tricksen. Es
gibt dabei zum einen die Möglichkeit bereits kleine Schrite zu belohnen. Das heisst, es reicht
zunächst schon das Absenken des Vorderkörpers oder auch nur ein Senken der Schultern etc. Wie
klein die Schritte hier gewählt werden müssen hängt dann vom Hund ab. Die Schritte sollten so
klein gewählt werden, dass der Hund oft genug Erfolge erlebt und so motiviert beim Training bleibt.
Zum anderen kann man sich mit einer kleinen Barriere behelfen. Man kann die Hand mit dem
Leckerchen nach hinten ziehen unter einen Hocker oder unter dem eigenen Bein hindurch wenn
man dazu gelenkig genug ist. Dann muss der Hund darunter krabbeln um an das Leckerchen zu
gelangen und legt sich dabei automatisch hin. Dann wird gemarkert sobald der Hund liegt und das
Leckerchen in seine Richtung gegeben, damit er nicht wirklich anfängt zu kriechen.
Die Hilfs Barriere muss dann vor der nächsten Phase langsam abgebaut werden.
Zur Phase 2 geht es wenn der Hund kein Leck oder Kratz Verhalten mehr zeigt sondern sich bei der
Geste direkt hinlegt ohne anders an das Leckerchen zu gelangen.


Phase 2 ohne Leckerchen locken


2.1 Der Hund steht
2.2 Hand mit der Handinnenfläche nach unten halten
2.3 Vor der Nase des Hundes die Hand nach unten zu Boden führen und auf dem Boden
ablegen
2.4 warten bis der Hund liegt
2.5 Sobald der Hund liegt markern und ihm das Leckerchen aus der Hand geben


Phase 3 Handzeichen differenzieren


3.1 Der Hund steht
3.2 Hand mit der Handinnenfläche nach unten halten
3.3 Die Hand nicht mehr ganz bis zum Boden führen sondern nur bis kurz davor
3.4 wenn der Hund liegt markern und ihm ein Leckerchen geben
3.5 Den Abstand von der Hand zum Boden immer weiter vergrößern, bis die Hand nur noch
wenige Zentimeter nach unten geht


Phase 4 Hörzeichen einführen


4.1 Der Hund steht
4.2 Das Hörzeichen (Platz) geben
4.3 nach 0,5 sec die Hand wie vorher mit Handfläche nach unten vor sich und den Hund
halten und leicht einige Zentimeter nach unten führen
4.4 warten bis der Hund sich legt
4.5 wenn der Hund liegt, markern und ihm ein Leckerchen geben

Der Hund hat jetzt gelernt wenn er vor seinem Menschen steht am bisherigen Trainingsort und der
Mensch das Kommando gibt, dann legt er sich. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem
generalisierten Kommando das in jeder Situation ausgeführt wird und auch gehalten wird. Ab nun
werden verschiedene Schwierigkeiten eingebaut und Veränderungen an der Übung. Im folgenden
weden die verschiedenen Kriterien beschrieben die zusätzlich gelernt werden sollen.

Es wird zunächst immer nur ein Kriterium auf einmal verändert.


Kriterium 1 Dauer


Der Hund soll auf Dauer sich nicht nur hinlegen sondern auch sitzen bleiben. Das zu erreichen ist
nicht weiter kompliziert, es muss nur langsam aufgebaut werden. Um ihm das zu zeigen ist es nur
nötig, die Belohnung also den Marker hinaus zu zögern. Wichtig ist dabei, nur so lange zu warten
wie der Hund auch noch liegt. Es sollen nur ganz langsame Schritte sein. Anfangs reicht ein ganz
kurzer Moment. Dieser wird dann langsam immer weiter ausedehnt. Das ist auch schon alles. Nicht
wundern, wenn der Hund nach dem Marker aufsteht. Der Marker wirkt für die meisten Hunde auch
als Auflösungssignal. Natürlich bekommt er dann auch seine Belohnung. Trotzdem ist es sinnvoll,
dem Hund seine Belohnung noch in der Platz Position zu geben. Dafür sollte man möglichst schnell
nach dem Marker sein. Nach dem Erhalt des Leckerchens gibt man dann ganz nebenbei schonmal
das Auflösesignal, dass der Hund wieder aufstehen darf. Das wird dann ganz nebenbei mit trainiert.


Kriterium 2 Entfernen


Der Hund soll auch liegen bleiben, wenn sein Mensch sich von ihm entfernt. Hier ist es natürlich
nicht ganz möglich, das Kriterium der Dauer komplett wegzulassen. Dafür sollte zuerst eine etwas
längere Dauer trainiert werde. Es wird dann mit der Schwierigkeit der Dauer wieder runter
gefahren. Wenn der Hund zum Beispiel schon sicher 10 Sekinden liegen kann während der Mensch
einfach in gleich bleibender Position vor ihm steht, dann kann der Mensch anfangen einen kleinen
Schritt rückwärts zu gehen und wieder zurück zum Hund. Dann wird gemarkert und belohnt. Ein
Schritt sollte weniger lange dauern als 10 Sekunden. Die Dauer wird also im Gegensatz zum vorm
Hund Stehen deutlich verringert.


Kriterium 3 Bewegung


Bisher stand der Mensch gerade mit nach unten gedrehter Hand vor dem Hund. Jetzt fängt er
langsam an sich zu bewegen. Die Hand bleibt zu beginn noch in gewohnter Position als Hilfe.
Zunächst werden andere Körperteile langsam bewegt. Der andere Arm kann langsam gehoben
werden. Der Kopf kann gedreht werden wobei das Unterbrechen des Blickkontaktes auch ein
größerer Schritt ist. Auch die Beine können bewegt werden auf der Stelle oder der Oberkörper
gedreht. Anfangs noch alles ganz langsam und jede kleine Bewegung wird mit einem Marker und
einem Leckerchen belohnt, wenn der Hund noch liegt. Mit der Zeit werden die Bewegungen
schneller und auch der Zeigefinger wird bewegt oder auch mehrere Körperteile gleichzeitig. Das
komplette Umdrehen auf der Stelle ist meist am schwierigsten oder der Griff zum Leckechen
Beutel.


Kriterium 4 Ortswechsel


Hunde lernen in einem Konzept der Gesamtsituation. Wenn das Verhalten zuhause im Wohnzimmer
trainiert wurde dann weiss der Hund zunächst nur, dass die Hand und das Kommando heißen, dass
er sich hinlegen soll wenn er im Wohnzimmer steht. Überall anders weiss er wohmöglich gar nicht
was das Kommando heißen soll. Also ist es ganz normal, dass der Hund im Park nur verwirrt guckt
wenn er von seinem Menschen das Kommando bekommt. Er will dabei nicht stur sein oder
ähnliches sondern er weiss es einfach nicht. Also muss man zunächst an jedem neuen Ort wieder
von vorne anfangen mit dem Training. Alles wieder vom Punkt eins aufbauen und die
Schwierigkeiten dann nach und nach wieder einbauen. Keine Sorge, bei jedem weiteren Ort wird es
leichter und irgendwann ist es generalisiert und funktioniert auch an neuen Orten direkt.


Kriterium 5 Ablenkung


Solange nichts außen rum passiert, ist es leicht sich zu konzentrieren. Jede Ablenkung stellt eine
Herausforderung dar. Wird zunächst im ruhigen Wohnzimmer alleine trainiert, dann ist alles leicht.
Kommt ein anderer Mensch dazu wird es schon schwieriger. Bewegt sich dieser dann auch noch
wird es noch schwerer, geht er an den Kühlschrank ist das dann natürlich extrem spannend. Es wird
also auch hier langsam gesteigert. Erst kommt ein uninteressanter Mensch ruhig dazu, dann mehr
action, dann noch jemand, ein Hund, etwas, das der Hund eigentlich haben will. Sein Spielzeug
oder Futter. Alles nach und nach. Draußen sind Ablenkungen nicht so leicht zu kontrollieren wie im
eigenen Heim. Eine leere Wiese ist einfach. Eine Wiese mit Hunden oder Bälen wesentlich
schwieriger. Wenn der Stress zu hoch ist, kann sich der Hund auch nicht mehr legen. Dann
erzwingen wir das natürlich auch nicht sondern reduzieren die Ablenkung und den Stress und
versuchen es dann erneut. Straßenverkehr mit Autos und Fahrrädern kann auch eine große
Ablenkung sein. Einigen Hunden fällt dieser Schritt leichter als anderen. Gerade ängstliche oder
sehr aufgedrehte Hunde können hier große Probleme haben. Mit viel Geduld klappt aber auch das.
Jetzt kommt alles zusammen. Nachdem alle Schwierigkeiten einzelnd trainiert wurden, werden sie
kombiniert. Auch hier gilt wieder die Intensität nicht so weit ausreizen, wie es ging als nur eine
Schwierigkeit trainiert wurde. Die Entfernung zum Hund wird nicht so groß gewählt wenn sich
dabei noch zusätzlich gedreht wird, als wenn die Körperhaltung gleich bleibt und so weiter.