2. Sitz

Sitz gehört zu den absoluten Klassikern und Grundübungen in der Hundeerziehung. Der Trainingsplan orientiert sich an einem lernen über locken. Dabei ist es sehr wichtig, das Leckerchen möglichst früh aus dem Locken abzubauen sonst kann dies am Ende recht lange dauern. Ist in diesem Fall aber auch ganz einfach. Schon ab Phase 2. Alternativ können auch Phase 1 und 2 übersprungen werden und direkt das Sichtzeichen gegeben werden. Wenn der Hund aufmerksam ist setzt er sich oft nach kurzer Zeit von alleine hin in der Überlegnung was der Mensch von ihm will. Dann wird gemarkert und belohnt und der Plan wieder verfolgt wie er hier steht.

Zunächst wird das Grundverhalten aufgebaut:

Phase 1 mit Leckerchen locken

  1. Der Hund steht
  2. wir nehmen ein Leckerchen in die Hand
  3. Zeigefinger nach oben strecken
  4. Hand von vorne über den Kopf des Hundes führen
  5. warten bis der Hund sitzt
  6. Sobald der Hund sitzt markern und ihm das Leckerchen aus der Hand geben

Phase 2 ohne Leckerchen locken

  1. Der Hund steht
  2. Zeigefinger nach oben strecken
  3. Hand von vorne über den Kopf des Hundes führen
  4. warten bis der Hund sitzt
  5. Sobald der Hund sitzt markern und ihm ein Leckerchen geben

Phase 3 Handzeichen differenzieren

  1. Der Hund steht
  2. Hand mit erhobenem Zeigefinger vor den Hund halten
  3. warten bis der Hund sich setzt
  4. wenn der Hund sitzt markern und ihm ein Leckerchen geben

Phase 4 Hörzeichen einführen

  1. Der Hund steht
  2. Das Hörzeichen (Sitz) geben
  3. nach 0,5 sec die Hand wie vorher mit erhobenem Zeigefinger vor den Hund halten
  4. warten bis der Hund sich setzt
  5. wenn der Hund sich setzt markern und Leckerchen geben

Der Hund hat jetzt gelernt wenn er or seinem Menschen steht am bisherigen Trainingsort und der Mensch das Kommando gibt, dann setzt er sich. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem generalisierten Kommando das in jeder Situation ausgeführt wird und auch gehalten wird. Ab nun werden verschiedene Schwierigkeiten eingebaut und Veränderungen an der Übung. Im folgenden weden die verschiedenen Kriterien beschrieben die zusätzlich gelernt werden sollen. Es wird zunächst immer nur ein Kriterium auf einmal verändert.

Kriterium 1 Dauer

Der Hund soll auf Dauer sich nicht nur hinsetzen sondern auch sitzen bleiben. Das zu erreichen ist nicht weiter kompliziert, es muss nur langsam aufgebaut werden. Bisher hat der Hund nur gelernt sich zu setzen. Nicht aber sitzen zu bleiben. Um ihm das zu zeigen ist es aber nur nötig, die Belohnung also den Marker hinaus zu zögern. Wichtig ist dabei, nur so lange zu warten wie der Hund auch noch sitzt. Es sollen nur ganz langsame Schritte sein. Anfangs reicht ein ganz kurzer Moment. Dieser wird dann langsam immer weiter ausedehnt. Das ist auch schon alles. Nicht wundern, wenn der Hund nach dem Marker aufsteht. Der Marker wirkt für die meisten Hunde auch als Auflösungssignal. Natürlich bekommt er dann auch seine Belohnung. Trotzdem ist es sinnvoll, dem Hund seine Belohnung noch in der Sitz Position zu geben. Dafür sollte man möglichst schnell nach dem Marker sein. Nach dem Erhalt des Leckerchens gibt man dann ganz nebenbei schonmal das Auflösesignal (z.B. ‘Auf’), dass der Hund wieder aufstehen darf. Das wird dann ganz nebenbei mit trainiert.

Kriterium 2 Entfernen

Der Hund soll auch sitzenbleiben, wenn sein Mensch sich von ihm entfernt. Hier ist es natürlich nicht ganz möglich, das Kriterium der Dauer komplett wegzulassen. Dafür sollte zuerst eine etwas längere Dauer trainiert werde. Es wird dann mit der Schwierigkeit der Dauer nur weiter runter gefahren. Wenn der Hund zum Beispiel schon sicher 10 Sekinden sitzen kann während der Mensch einfach in gleich bleibender Position vor ihm steht, dann kann der Mensch anfangen einen kleinen Schritt rückwärts zu gehen und wieder zurück zum Hund. Dann wird gemarkert und belohnt. Ein Schritt sollte weniger lange dauern als 10 Sekunden. Die Dauer wird also im Gegensatz zum vorm Hund Stehen deutlich verringert.

Kriterium 3 Bewegung

Bisher stand der Mensch gerade mit erhobenem Zeigefinger vor dem Hund. Jetzt fängt er langsam an sich zu bewegen. Der Zeigefinger bleibt zu beginn noch in gewohnter Position als Hilfe. Zunächst werden andere Körperteile langsam bewegt. Der andere Arm kann langsam gehoben werden. Der Kopf kann gedreht werden wobei das Unterbrechen des Blickkontaktes auch ein größerer Schritt ist. Auch die Beine können bewegt werden auf der Stelle oder der Oberkörper gedreht. Anfangs noch alles gnaz langsam und jede kleine Bewegung wird mit einem Marker und einem Leckerchen belohnt, wenn der Hund noch sitzt. Mit der Zeit werden die Bewegungen schneller und auch der Zeigefinger wird bewegt oder auch mehrere Körperteile gleichzeitig. Das komplette Umdrehen auf der Stelle ist meist am schwierigsten oder der Griff zum Leckechen Beutel.

Kriterium 4 Ortswechsel

Hunde lernen in einem Konzept der Gesamtsituation. Wenn das Verhalten zuhause im Wohnzimmer trainiert wurde dann weiss der Hund zunächst nur, dass der Zeigefinger und das Kommando heißen, dass er sich hinsetzen soll wenn er im Wohnzimmer steht. Überall anders weiss er wohmöglich gar nicht was das Kommando heißen soll. Also ist es ganz normal, dass der Hund im Park nur verwirrt guckt wenn er von seinem Menschen das Kommando bekommt. Er will dabei nicht stur sein oder ähnliches sondern er weiss es einfach nicht. Also muss man zunächst an jedem neuen Ort wieder von vorne anfangen mit dem Training. Alles wieder vom Punkt eins aufbauen und die Schwierigkeiten dann nach und nach wieder einbauen. Keine Sorge, bei jedem weiteren Ort wird es leichter und irgendwann ist es generalisiert und funktioniert auch an neuen Orten direkt.

Kriterium 5 Ablenkung

Solange nichts außen rum passiert, ist es leicht sich zu konzentrieren. Jede Ablenkung stellt eine Herausforderung dar. Wird zunächst im ruhigen Wohnzimmer alleine trainiert, dann ist alles leicht. Kommt ein anderer Mensch dazu wird es schon schwieriger. Bewegt sich dieser dann auch noch wird es noch schwerer, geht er an den Kühlschrank ist das dann natürlich extrem spannend. Es wird also auch hier langsam gesteigert. Erst kommt ein uninteressanter Mensch ruhig dazu, dann mehr action, dann noch jemand, ein Hund, etwas, das der Hund eigentlich haben will. Sein Spielzeug oder Futter. Alles nach und nach. Draußen ist die Kontrolle der Ablenkungen nicht so leicht zu kontrollieren wie im eigenen Heim. Eine leere Wiese ist einfach. Eine Wiese mit Hunden oder Bälen wesentlich schwieriger. Wenn der Stress zu hoch ist, kann sich der Hund auch nicht mehr setzen. Dann erzwingen wir das natürloich auch nicht sondern reduzieren die Ablenkung und den Stress und versuchen es dann erneut. Straßenverkehr mit Autos und Fahrrädern kann auch eine große Ablenkung sein. Einigen Hunden fällt dieser Schritt leichter als anderen. Gerade ängstliche oder sehr aufgedrehte Hunde können hier große Probleme haben. Mit viel Geduld klappt aber auch das.

Jetzt kommt alles zusammen. Nachdem alle Schwierigkeiten einzelnd trainiert wurden, werden sie kombiniert. Auch hier gilt wieder die Intensität nicht so weit ausreizen, wie es ging als nur eine Schwierigkeit trainiert wurde. Die Entfernung zum Hund wird nicht so groß gewählt wenn sich dabei noch zusätzlich gedreht wird, als wenn die Körperhaltung gleich bleibt und so weiter.