1. Markerkonditionierung

Vor diesem Trainingsplan muss zuerst geklärt werden, was ein Marker eigentlich ist und wofür wir ihn benutzen können.

Ein Marker ist in der Fachsprache ein konditionierter Verstärker oder ein sekundärer Verstärker. Einfacher gesagt ist es ein Signal, was für den Hund mit einer Belohnung gekoppelt wird. Es ist also ein Versprechen, du bekommst jetzt gleich etwas tolles. Das heisst natürlich auch, es ist Aufgabe des Menschen dafür zu sorgen, dass wirklich eine Belohnung folgt sonst wirkt der Marker bald nicht mehr. Er wird im Gehirn des Hundes wieder von der Belohnung losgelöst und damit wieder bedeutungslos.

Was diese Belohnung im jeweiligen Moment ist, ist vom Hund, vom Menschen und von der Gesamtsituation abhängig. Als Marker kann vieles gewählt werden. Der bekannteste Marker ist der Klicker. Dieser wird meist mit der Hand betätigt und gibt dan einen kurzen gut erkennbaren Klick Ton ab. Alternativ kann aber auch jedes andere Geräusch genutzt werden. Es sollte nur möglichst kurz sein und vorallem möglichst nicht anders im Alltag verwen det werden, da der Hund jedesmal wenn er das Geräusch hört auch eine Belohnung bekommen soll. Wenn der Marker das Wort ‘Ja’ ist, dann ist das vom Klang und der Kürze her zwar gut aber der Hund erwartet den halben Tag über Belohnungen wenn sich sein Mensch mit irgendwem unterhält. ‘Klick’ kann ein gutes Wort sein. Es ist kurz, ähnelt wenigen Alltagsworten, erinnert an den Klicker und wird kaum anders verwendet.

Wozu ist der Marker denn dann gut, wenn doch trotzdem noch eine Belohnung folgen muss? Könnte man nicht einfach direkt die Belohnung geben?

Die Antwort darauf ist erstmal ‘Ja’ eine direkte unkonditionierte primäre Verstärkung wäre mindestens genauso gut zum Belohnen und Verstärken von Verhalten! Jetzt kommt das ‘Aber’:

Damit eine Belohnung mit dem gewünschten Verhalten verknüpft wird ist ein sehr gutes Timing nötig. Die Belohnung soll im Training optimal spätestens 0,5 sec nach dem Verhalten folgen damit auch das richtige Verhalten mit der Belohnung verknüpft wird, der Hund also versteht was der Mensch meint.

Den primären Verstärker (zum Bispiel das Leckerchen) genau im richtigen Moment zu geben ist oft aber kaum möglich. Also wird der Marker genutzt um dem Hund mitzuteilen ‘das was du jetzt gerade tust war richtig’ Dann kann er sich seine Belohnung holen. Gerade zu Anfang ist zwar darauf zu achten, dass auch zwischen Marker und elohnung nur 0,5 sec verstreichen aber schon das gibt einem einen Timings Vorteil. Je nach Hund kann wenn lange mit Marker trainiert wurde auch mal ein paar sec länger vergehen bis die Belohnung kommt. Das liegt daran, dass die Belohnung in Wahrheit dann nicht mehr erst mit der eigentlichen Gabe von Futter oder Spielzeug beginnt sondern bereits die Vorfreude, die der Hund empfindet belohnend wirkt. Wird er dabei noch ein wenig von seinem Menschen angefeurt bis er seine Belohnung hat umso besser. Wichtig ist trotzdem, die Belohnung muss auch folgen!

Ein weiterer Vorteil ist, dass es leichter wird dem Hund verschiedene Belohnungen effektiv geben zu können. Die erste Konditionierung wird der Einfachheit halber für Hund und Halter mit Futter durchgeführt. Der Plan des Trainings ist leicht, es kommt nur sehr auf das richtige Timing an. Dieses Training wird mit jedem Marker nur einmal ausgeführt.

Phase 1.

  1. Der Hund ist aufmerksam und guckt möglichst seinen Menschen an. Das ist dafür wichtig, dass er überhaupt auf den Marker reagiert und ihn nicht einfach überhört da er noch keine Bedeutung hat. Es soll also nicht das Anschauen belohnt werden
  2. Der Mensch steht entspannt vor seinem Hund in normaler Haltung. Die Hände gehen nicht zum Futter oder zum Hund sonst überschattet die Bewegung den Marker
  3. Der Mensch gibt den Marker
  4. Danach geht erst die Hand zum Futter und gibt es dem Hund. Hier liegt die Schwierigkeit im Training. Der Marker und die Belohnung müssen getrennt voneinander gegeben werden, sie sollen aber auch nicht länger als 0,5 sec auseinander liegen. Es bietet sich daher an, den Ablauf erst ohne Hund zu üben

Die erste Phase des Trainings wird je nach Hund mit 2 bis 15 Belohnungen durchgeführt. Wenn es dann noch nicht sitzt, sollte das Timing überprüft werden.

Phase 2

  1. Der Mensch geht mit dem Hund spazieren im Freilauf
  2. Es wird ein Moment abgewartet, an dem der Hund nicht zum Menschen guckt aber auch nur leicht abgelenkt ist. Also ein Moment, wo er ohne besonderes Interesse in der Gegend rumguckt
  3. Der Mensch gibt den Marker
  4. Der Hund sollte sich dann umdrehen und bekommt dann seine Belohnung

Dieser Schritt wird nur einmal durchgeführt und soll nur dazu dienen zu überprüfen, ob die Verknüpfung von Marker und Belohnung funktioniert hat. Der Hund wird hier für ein Weggucken belohnt. Das ist einmal nicht schlimm aber sollte nicht als Regel stattfinden. Dreht sich der Hund nicht um wird zu Phase 1 zurückgekehrt. Es kann auch sein, dass die Ablenkungen von Außen zu groß waren. Es wird in Reizarmer Umgebung durchgeführt.