Aufmerksamkeit und Abbruchsignal. Alltags Training mit Indie

Zwei sehr wichtige und doch so einfache Übungen für den täglichen Spaziergang!

Wirklich spaßig ist das Aufmerksamkeits Training. Wir loben hier einfach nur dafür, dass der Hund uns seine Aufmerksamkeit schenkt. Wen wir ein Verhalten positiv und situativ passend verstärken, wir der Hund dieses Verhalten auch öfter zeigen. Ein Hund kann nur dann gut auf Kommandos reagieren, wenn er diese auch registriert. Wird er regelmäßig dafür belohnt, auf seinen Menschen zu achten, dann tut er dies auch häufiger. Infolge dessen bekommt er unsere Signale viel besser mit. Ein gutes Aufmerksamkeits Training ist somit die Grundlage für einen guten Grundgehorsam. Ein Hund, der seinem Menschen häufig und gerne Aufmerksamkeit schenkt, der lässt sich auch wesentlich leichter abrufen. Wohingegen ein Hund, der seinen Menschen kaum beachtet einen Rückruf noch so oft auf dem Platz trainieren kann und ihn dann im Alltag doch nicht befolgen weil er das Signal gar nicht registriert, er ist mit seiner Aufmerksamkeit gerade ganz wo anders.

Ein solches Training ist sehr bindungsfördern! Zu einer guten Bindung gehört ein gutes emotionales Verhältnis. Zum einen wird der Hund für seine Aufmerksamkeit belohnt. Zum anderen sieht er auch, dass sich der Mensch über seine Aufmerksamkeit freut. Es ist ein Geben und Nehmen. Je mehr soziale Bestätigung hier eingesetzt wird, desto mehr können wir den Effekt verstärke. Gegen Futter als Verstärker ist aber auch absolut nichts einzuwenden. Warum sollte es denn immer auf eine Belohnung beschränkt sein? Indie freut sich riesig über meinen Jubel und meinen Kontakt sowie auch über ein kurzes Spiel. Natürlich freut sie sich aber auch, wenn es ein Leckerchen gibt. Am besten kommt das Leckerchen noch obendrauf zum Jubel oder zum Fang Spiel dazu.

Am Anfang des Trainings lohnt sich die häufige hochwertige Belohnung besonders. Mit der Zeit muss dann aber nicht mehr jeder Blick mit einer riesen Party gefeiert werden. Es reicht dann auch einmal ein kurzes Zunicken, ein Lächeln oder ein kurzes ‘fein gemacht’.

Das Belohnen der Aufmerksamkeit kann auf jedem Spaziergang geübt werden. Als Bonus für euch trainiert ihr damit auch eure Beobachtungsgabe! Ihr lernt ganz nebenbei selber auf euren Hund zu achten, lernt dabei sicher viel über seine Verhalten, seine Ausdrucksmöglichkeiten, seine Sprache. Ihr verbessert auch euer Timing im loben und belohnen. Gerade wenn ihr einen Marker nutzt, könnt ihr den hier super einsetzen. Ihr lernt diesen punktgenau zu nutzen und festigt seine Bedeutung beim Hund noch weiter.

Positives Hundetraining wird oft gleichgesetzt mit anti autoritärem Umgang. Ein Leben ohne Grenzen funktioniert aber nur in wenigen Fällen. Genauso wichtig ist das setzen von Grenzen. Es muss verhindert werden, dass der Hund Verhalten zeigt, das unerwünscht oder gefährlich für den Hund und die beteiligten Menschen sein kann. Solche Grenzen braucht der Hund auch zur Orientierung. Es ist schließlich unsere Aufgabe, ihm zu erklären wie die Welt funktioniert.

Das ganze machen wird hier mit einem klaren und dennoch recht sanften Signal eingeübt. Im Zweifel, wenn der Hund losstürmt muss er so oder so gestoppt werden. Da dies im Alltag einfach passiert, kann es auch genutzt werden. Ein klares direktes Stehenbleiben ist dabei nötig um für den Hund verständlich zu sein. Wird der Hund direkt gestoppt, kommt er oft leicht aus dem Gleichgewicht. Dabei nimmt er sofort auch wieder den Zug von der Leine. Dadurch ist die Situation schnell wieder beendet. Ein langsames Stehenbleiben kann dazu führen, dass der Hund langsam weiter zusätzlichen Zug aufbaut. Aus diesem Zustand dann wieder raus zu kommen fällt wesentlich schwerer und kann somit mehr Stress verursachen als das klare Stopp.

Das Geben des Abbruch Signals ist hier besonders schwer. Den exakt richtigen Zeitpunkt noch vor dem Zug zu erwischen erfordert viel Übung und klappt auch dann nicht immer. Es ist aber nicht tragisch, wenn der Abbruch mal gleichzeitig mit dem Zug kommt.

Es sollte darauf geachtet werden, die Leine gut unter Kontrolle zu halten. Der Hund sollte nicht erst 10 Meter Anlauf nehmen um dann abrupt gestoppt zu werden. Die Leine sollte ihn immer schon in den ersten Schritten stoppen.

Dieses Training muss abhängig vom Hund nicht ständig durchgeführt werden. In Situationen in denen er niemanden anspringen wird oder dem nächsten Hasen hinterher geht soll er auch frei laufen können. Der Hund muss auch Freizeit und die Möglichkeit die Welt zu erkunden haben. Im Video ist auch zu sehen, wie die Leine nur auf dem Boden schleift und Indie sich umgucken kann.

Bei einigen Hunde, gerade denen mit großem Jagdtrieb kann das Training jedoch zeitlich begrenzt auch zum Dauer Zustand werden, damit dieser sein Jagdverhalten nicht noch weiter einübt. Dann sollte so lange trainiert werden, bis er rein vom verbalen Signal zuverlässig aufgehalten werden kann.

Bei anderen Hunden oder anderen Situationen sollte das Training so nicht durchgeführt werden. Zieht der Hund aus großer Angst an der Leine, ist das Training so nicht sinnvoll und zielführend. Wenn ihr euch nicht sicher seid, welche Motive euren Hund antreiben, wendet euch an einen Trainer eures Vertrauens.

An einer Stelle des Videos ein toller Lauf von Indie zu sehen. Mal so richtig aufdrehen und einfach im Kreis laufen macht Spaß!! Das soll sie auch dürfen und machen. Anstatt das zu unterbrechen feuer ich sie dabei auch noch an und sobald sie fertig ist kommt sie ganz automatisch zu mir zurück.

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